GHS Kirschhecke in Odenkirchen Mönchengladbach


„Zweiundzwanzigfüßlerstand“

„Zweiundzwanzigfüßlerstand“ der Klasse 5a Frau Kartens (Sj. 2004/05)

Wir, die Klasse 5a, haben den Zweiundzwanzigfüßlerstand gemeistert. Bei dieser Übung stehen Vertrauen und Teamarbeit an oberster Stelle.

Mustafa, 5a

 

 

 

 

 

 

„Der Sumpfpfad“

„Der Sumpfpfad“ der Klasse 5b Frau Thyssens (Sj. 2004/05)

Wir, die Kasse 5b, haben das Gemeinschaftsspiel „Sumpfpfad“ gespielt. Durch den Sumpf mussten wir den richtigen Weg finden. Das war nicht leicht, aber wir waren ein gutes Team. Wir haben gemeinsam gekämpft und schließlich gewonnen. Es hat uns großen Spaß gemacht.

Klasse 5b

„Der Eselstreit“

„Der Eselstreit“ der Klasse 5c Frau Krahés (Sj. 2004/05)

Heute war Frau Ostendarp wieder bei uns. Diesmal hatten zwei Esel Streit. Die Esel waren mit einem Seil aneinander gebunden. Sie wollten gleichzeitig am jeweils eigenen Heuhaufen fressen.

Gemeinsam haben wir nach Lösungen gesucht und diese im Rollenspiel ausprobiert. Es gab viele verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Wenn die Esel zusammen arbeiten, gibt es zwei Gewinner.

Engin und René, 5c

Soziales Lernen an der GHS Kirschhecke

Warum findet das Projekt „Soziales Lernen“ statt?

Schüler und Schülerinnen sind heute vielfachen Belastungen ausgesetzt. Generelle gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen die Lebenswelten der Kinder und führen dazu, dass ihnen nur noch selten klare Orientierungen gegeben werden. Bedingungen, die das Aufwachsen erschweren, sind:

  • plurale Lebensformen (z.B. durch Trennung und Scheidung, Patchworkfamilien mit Stiefeltern und Stiefgeschwistern, wechselnde Partnerschaften der Eltern, alleinerziehende Eltern, instabile oder unverbindliche Beziehungen);
  • Armut;
  • Arbeitslosigkeit der Eltern;
  • Suchtproblematiken (Alkohol, Drogen) mit der Folge, dass das zur Verfügung stehende Geld häufig nicht für den Unterhalt ausgegeben wird;
  • psychische Erkrankungen der Eltern;
  • Veränderungen der Erziehungsnormen der Eltern (kein ausgewogenes Verhältnis zwischen emotionalem Rückhalt und deutlichen sowie angemessenen Forderungen, Gewalt in der Erziehung, Überforderungs- und/oder Verwahrlosungstendenzen);
  • die multikulturelle Gesellschaft (differente Werte und Normen zwischen den Lebenswelten, Chancenminderung durch sprachliche Defizite);
  • das veränderte Freizeitverhalten (wenig Bewegung und Anregung, Computer und Fernsehen dominieren, Gewaltdarstellungen, primitive Konfliktlösestrategien bieten keine realistischen Muster, häufig betroffen sind bildungsferne Schichten).


Viele Schülerinnen und Schüler sind mehreren Belastungen gleichzeitig ausgesetzt. Zum Beispiel haben Kinder mit Migrationshintergrund aufgrund der Sprachbarrieren verminderte Bildungschancen. Zudem sind ihre Familien häufiger von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. Die Belastungen gehen nicht spurlos an den Kindern und Jugendlichen vorbei.

Bei einem Teil unserer Lernenden ist zu beobachten, dass sie ...

  • ein geringes Selbstwertgefühl haben. Oft wird körperliche Gewalt dazu genutzt das Selbstwertgefühl zu steigern.
  • einen geringen emotionalen Quotienten aufweisen. Sie nehmen weder ihre Gefühle richtig wahr, noch können sie sie benennen. Da sie nicht in der Lage sind die Gefühle anderer zu erkennen, fällt es ihnen schwer Empathie gegenüber Mitschülern zu entwickeln.
  • intolerant sind und oft nur die eigenen Interessen im Blick haben, dagegen andere mit ihren Bedürfnissen und Rechten nicht wahrnehmen.
  • die Kommunikationsform der Beleidigung und Beschimpfung dazu gebrauchen ihren Ärger und ihre Aggressionen gegenüber Dritten zu kompensieren.
  • Gewalt als Konfliktlösestrategie nutzen um kontroverse Auseinandersetzungen zu lösen.
  • in ungeregelten Tagesabläufen leben und Schwierigkeiten haben sich an die Regeln im Klassenverband zu halten.


Allgemeine Ziele Sozialen Lernens

  • Normen und Werte in der Gruppe werden für die Schülerinnen und Schüler am eigenen Erleben erfahrbar.
  • Die Kinder erleben Werte und Normen, die der demokratischen Lebensführung dienen.
  • Soziale Kompetenzen werden gefördert.
  • Die Möglichkeit der gewaltfreien Konfliktaustragung wird erfahrbar.
  • Die Gruppenentwicklung innerhalb der Klasse wird gefördert.
  • Die Lehrkraft hat die Möglichkeit ihre Klasse aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und zu beobachten. Sie kann dadurch weitere Eindrücke gewinnen und diese reflektieren.
  • Die Sozialpädagogin hat Kontakt zu den Schülern außerhalb des Beratungssettings. Probleme in der Klassengemeinschaft können direkt bearbeitet werden.

Förderung des Sozialverhaltens

    * Kooperationsfähigkeit/Teamfähigkeit
          o Gemeinsames Handeln mit anderen erleben
                + Lösungen finden
                + Spaß haben
          o Positive Kontaktaufnahme
                + Anderen zuhören
                + Freundlich und offen miteinander sprechen
          o Soziale Empathiefähigkeit
                + Sich in andere hineinversetzen
                + Mitfühlen können
          o Kompromissfähigkeit
                + Sich einigen können
          o Spielfähigkeit
                + Wohlbefinden erleben
                + Erfüllung erleben
                + Spielen ist ein Grundbedürfnis
          o Regelverständnis/ Regelakzeptanz
                + Regeln akzeptieren und einhalten
          o Hilfsbereitschaft
          o Integrationsfähigkeit

    * Problemlösekompetenz
          o Kritikfähigkeit, sich und anderen gegenüber
                + Kritik angemessen äußern
                + Kritik aushalten und konstruktiv nutzen
          o Konfliktverhalten
                + Verbal streiten lernen
                + Alternativen zum Prügeln kennen lernen
                + Konstruktives Konfliktverhalten entwickeln
          o Toleranzfähigkeit
                + Meinung anderer akzeptieren lernen


Förderung der Gruppenentwicklung/positives Gruppenklima

Mit diesen Übungen wird die Gruppenentwicklung gefördert (vgl. 4 Grundphasen nach Lowy/ Bernstein (1969):
                + Anschluss/ Orientierung
                + Machtkampf/ Kontrolle (Viele Schulklassen kommen nicht über diese Phase hinaus. Oft fehlt das Wissen über angemessene Verhaltensweisen und der Mut dieses Wissen anzuwenden.)
                + Vertrautheit/Intimität (Vertrauen kann erst entstehen, wenn die Machtkämpfe abgeschlossen sind und jedes Kind seine Position im Gruppengefüge gefunden hat. Erst in dieser Phase ist es möglich unbelastet miteinander umzugehen und zu arbeiten.)
                + Trennung

Merkmale positiver Gruppenentwicklung (nach Großmann, 1996) sind:  

    * Gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren
    * Offene Kommunikation
    * Übernahme von Verantwortung für Verhalten und Lernen
    * Kooperation
    * Arbeiten im Team
    * Verfahrensregeln für das Treffen von Entscheidungen
    * Offene Auseinandersetzung mit Problemen und konstruktive Lösung von Konflikten

 
Rahmenbedingungen Sozialen Lernens

Das Projekt „Soziales Lernen“ findet (nur mit der Zustimmung und Mitarbeit des Klassenlehrers) einmal wöchentlich mit zwei Wochenstunden statt. Eine nachhaltige Wirkung wird erreicht, wenn Inhalte von der Lehrkraft in den Schulalltag integriert und umgesetzt werden. Das „Teamteaching“ bietet dem Klassenlehrer die Möglichkeit seine Klasse bzw. die einzelnen SchülerInnen aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und zu beobachten. Interventionsstrategien bzw. Förderpläne bzgl. des Sozialverhaltens können effektiver entwickelt werden.

Das Projekt beginnt ca. 4 Wochen nach Schuljahresbeginn. Die Klasse und der Lehrer haben sich bereits kennen gelernt und ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Hauptansprechpartner für die Kinder ist der Klassenlehrer.

Themenschwerpunkte

Wir lernen uns kennen

Ich sehe mich/Selbstbild/ Identität

Ich sehe die anderen

Gefühle erkennen/Gefühle benennen

Konstruktive Konfliktlösungen

Gemeinsam - statt einsam /Kooperation

Miteinander reden! Kommunikation

Tabakprävention


Weitere Projekttage zu verschiedenen Themen wie Gewalt, Mobbing, Rassismus sind in den folgenden Jahrgangsstufen möglich.

Quellen :

Beck, Detlef: Auf dem Weg ins freundliche Klassenzimmer, 1999.
Beck/ Blum: Wege aus der Gewalt, 2000.
Benner, Thilo: Cool bleiben statt zuschlagen!, 2002.
Dörger/ Kunde/ Oberländer: Unsere Klasse ist ein Team, 2005.
Fiebig/ Winterberg: Soziales Lernen in der Orientierungsstufe.
Großmann, Christina: Projekt Soziales Lernen, 1996.
Hauk/ Redlich/ Schwarzhans: Steit-Training, 2001.
Krowatschek, Dieter: 177x Spaß im Unterricht, 1996.
Pallos, Tanja: Verschiedene Fortbildungen zur Suchtprävention, 2003/04/05. Petermann, Franz: Sozialtraining in der Schule, 1999.